Home / Kinder und Jugend / News
small logo
Artikel in der Kreiszeitung vom 30. Dezember 2004

"Ohne Bammel an den Brettern"
Reger Zulauf bei den Jugendlichen der Schachabteilung des TSV Schönaich. Fast 20 Jungs und Mädchen trainieren wöchentlich in den neuen Räumen im Stadion an der Elsenhalde. Verschieben mit Freude Bauern, Läufer und Springer. Beim Böblinger Schach-Open im Sindelfinger Novotel treten sechs der Nachwuchsstrategen an, um sich von den Großmeistern einiges abzuschauen.

Tobias Gfesser, Markus Nemet, Heiko Schleicher, Christopher Tandel, Phillip Wagner und Axel Kansy gehören zur neu gebildeten Schönaicher Schachszene. Sie trainieren wöchentlich, spielen verschiedene Eröffnungen nach, üben Strategien, arbeiten an der Konzentration. Dabei zur Seite steht ihnen jeweils ein erwachsener Vereinsspieler. Und die Jungen und Mädchen entwickeln sich prächtig. "Wir stehen mit der Jugendarbeit zwar erst am Anfang, dennoch denke ich, dass wir schon in zwei Jahren enorme Fortschritte sehen werden. Mit Phillip Wagner und Markus Nemet haben zwei der Jungs bereits in unserer ersten Mannschaft gespielt, die anderen spielen auch alle aktiv, sammeln Erfahrungen in der C-Klasse", berichtet Wolfgang Kansy, Jugendleiter der Schönaicher Schachabteilung.



Beim Böblinger Open schlagen sich die Neulinge ebenfalls tapfer. Ein Remis und ein Sieg gingen nach dem ersten Tag auf das Konto der Jugendlichen. "Auch die Gegner, zum Beispiel der von Tobias Gfesser, waren nach den Partien voll des Lobes für unsere Jungs", so Kansy stolz.

An den Brettern verhalten sich seine Spieler schon jetzt wie die Profis. Lange lässt sich Markus Nemet mit seinen Aktionen Zeit, das Ticken der Uhr scheint ihn auf der Suche nach dem erfolgreichen Zug gar nicht zu interessieren. Sein Blick haftet auf dem Brett, hin und wieder schiebt er die Brille auf der Nase zurück, starrt auf seine schwarzen Figuren. Und auch Axel Kansy ist nicht sonderlich beeindruckt davon, dass sein Gegner gut und gerne 40 Jahre älter ist als er. Die Hände am Kinn, eine Grübelposition, die alle Schachspieler gerne einnehmen, hat er dem Kontrahenten bereits nach wenigen Minuten zwei Bauern, einen Springer und einen Läufer abgeluchst.

Für Christopher Tandel, Jahrgang 1992, gibt es sogar richtig Grund zu jubeln, denn er fährt den ersten Sieg für den TSV ein. "Klasse, wie er gespielt hat. Er hat gnadenlos alles geopfert, was er auf dem Brett hatte, und dann super zugeschlagen. Auch wenn ein wenig Glück dabei war, da der Gegner eigentlich klar stärker einzustufen ist", schwärmt Kansy.

Dass der Nachwuchs des TSV Schönaich so stark beim Open vertreten ist, verdankt er zum Teil auch dem veranstaltenden SC-HP Böblingen. "Der hat das Startgeld för unsere Jungs von 50 auf 30 Euro gesenkt, sonst hätten wir uns das nie leisten können". Zu Zeiten der Pisa-Studie findet Wolfgang Kansy es wichtig, den Jugendlichen eine Perspektive im Denksport anbieten zu können: "Ich versuche ihnen auch pädagogisch etwas mit auf den Weg zu geben, mit Schach auch die schulischen Leistungen zu steigern".

Und so wächst die Jugendabteilung des TSV Schönaich weiter an, die Jungen und Mädchen bringen ständig neue Freunde und Freundinnen mit. Das Schachfieber in Schönaich steigt. "Wir freuen uns über jeden Neuen, der bei uns auftaucht, trainieren jeden Freitag um 18 Uhr und haben auch noch Platz", wirbt Kansy.

Aber wer weiß, wie lange die Bretter noch unbesetzt sind. Denn das Schach spielen in Schönaich Spaß macht, wird sich spätestens nach den neun Runden beim Böblinger Schach Open herumgesprochen haben.
Kontakt | ©2007 TSV Schoenaich Abt. Schach | Diese Seite zuletzt aktualisiert: 19.08.2007