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Spannendes Auftaktwochenende für den TSV Schönaich in der zweiten Schach-Bundesliga

Veröffentlicht von Moritz Reck am Nov 14 2018 um 9:39 PM

Der erste Doppelspieltag in der 2. Liga, der die Denksportler des TSV nach Heusenstamm zu Spielen gegen Griesheim und die Gastgeber führte, hatte gleich zwei echte Krimis auf Lager. Während Griesheim leicht schwächer einzuschätzen war, gehört Heusenstamm eher zu den Topteams und das machten sie mit ihrer Aufstellung auch gleich deutlich: ausschließlich ihre Meisterspieler aus dem Stammachter waren aufgestellt, mit 5 Polen und 2 Tschechen war das Team sehr international. Die Hoffnung war also das wichtige Spiel gegen Griesheim zu gewinnen und mit den zwei wichtigen Punkten im Kampf um den Klassenerhalt schauen, was am Sonntag möglich sein würde.

Die Begegnung gegen Griesheim am Samstag begann noch recht verhalten, Karsten Volke, sowie Tobias und Jens Hirneise spielten alle unspektakulär remis, dann wartete alles auf die Führung des TSV. Das kroatische Jungtalent der Schönaicher Jadranko Plenca, der bei der U18-Europameisterschaft den Vizetitel erringen konnte, hatte es geschafft sich mit den schwarzen Steinen ein klares Übergewicht zu erspielen. Leider vergaß er dann seine Bemühungen mit dem Einsammeln eines Mehrbauern zu belohnen und schließlich verflachte die Partie doch auch ins Remis. Zu allem Überfluss geriet Schönaich dann sogar mit 3:2 in Rückstand, weil Präsident Marcus Kübler seine angenehme Stellung verdarb. Die größten Vorteile auf dem Papier sollte der kroatische Nationalspieler Sasa Martinovic am Spitzenbrett haben. Aus seinem Anzugsvorteil mit weiß holte er aus der Eröffnung zwar nicht wirklich etwas heraus, doch nach und nach zeigte er seine Klasse und drängte seinen Kontrahenten in die Defensive. Daraus versuchte sich dieser mit der Hergabe seines Fianchetto-Läufers gegen einen Springer zu lösen, doch dieser Versuch ging mit der folgenden Unsicherheit der Königsstellung nach hinten los und Martinovic konnte für Schönaich ausgleichen. Christoph Menezes bekam dann ein Remisgebot, welches er auf Grund seiner leicht schlechteren Stellung annehmen musste. Griesheim hatte seine Hoffnungen nicht ganz zu unrecht in die letzte laufende Partie gesteckt. Schönaichs Neuzugang Philipp Wenninger hatte etwas viel riskiert und einen Turm für 2 Springer gegeben, was materiell erstmal gut klingt, aber auf Grund zweier gefährlicher verbundener Freibauern die aus diesem taktischen Schlagabtausch ebenfalls resultierten, eigentlich nach hinten losgehen sollte. Mit präzisen Zügen gelang es Wenninger jedoch die beiden Freibauern zu entschärfen und mit den zwei Leichtfiguren konnte er im Anschluss einen eigenen Freibauern voranbringen und das Match für Schönaich drehen. Wahrlich ein idealer Einstand im neuen Team! Im Parallelspiel zeigte indes Heusenstamm seine Ambitionen und fertigte den Reisepartner des TSV, den Aufsteiger SV Jedesheim aus Württemberg, mit 7:1 ab.

Für den Sonntag hatte Schönaich eine kleine Überraschung parat, Marcus Kübler wurde durch Moritz Reck ersetzt, der topvorbereitet am Brett saß, während der Gegner natürlich nicht mit dem Wechsel rechnen konnte. Auch hier begann das Match wieder friedlich mit einem Remis durch Martinovic am Spitzenbrett. Bei Reck schlug die Vorbereitung voll durch, er kannte alle Züge aus der Vorbereitung mit dem Computer, während sein Gegner über der Stellung brütete, so bekam er nicht nur eine angenehme Stellung, sondern zwischenzeitlich sogar einen Zeitvorteil von einer ganzen Stunde. Leider gab es trotzdem kein Durchkommen und so wurde auch hier remis vereinbart, ebenso wie bei Menezes. Plenca spielte wieder eine sehr interessante Partie, er hätte mit dem Provozieren eines schwachen Doppelbauern beim Gegner wohl leichten Vorteil erringen können, musste aber danach auch ein par Probleme lösen, doch als dies geschafft war, stand das nächste Unentschieden zum 2:2 Zwischenstand fest. Wie am Vortag geriet der TSV dann 3:2 in Rückstand, Jens Hirneise hatte in der Sweschnikow Variante einen etwas merkwürdigen Aufbau gewählt, er schaffte es über die ganze Partie nicht, diesen Nachteil auszugleichen und verlor folgerichtig. Dennoch gab es Hoffnung, in allen 3 laufenden Partien gab es noch gewisse Angriffspotentiale für den TSV. Tobias Hirneise stellte dann seine Gewinnversuche ein, während Wenninger es tatsächlich wieder schaffte, einen Bauern zu gewinnen und damit seine Chancen erhöhte, zum Helden des Wochenendes auf Schönaicher Seite zu avancieren. Allerdings musste er für den Bauerngewinn den Tausch des letzten Turms und eines Läufers zulassen und mit 4 gegen 3 Bauern an einem Flügel im Läuferendspiel war die Stellung für sein Gegenüber allemal haltbar. So schlugen alle Gewinnversuche fehl und er beendete die Partie mit einem schönen Patt. Doch auch nach 6 Unentschieden bestand noch Hoffnung, denn Volkes Gegner hatte sich bei der Abwicklung ins Endspiel verschätzt und so fanden sich die Kontrahenten tatsächlich in einem eigentlich gewonnen Turmendspiel für den TSV wieder. Der Freibauer von Volke sollte für einen Gewinn ausreichen, doch Turmendspiele sind immer kompliziert und laut Sprichwort auch immer remis und tatsächlich gelang es ihm leider nicht, den Ausgleich für Schönaich herzustellen. Mit dem siebten Remis aus acht Spielen musste man sich hauchdünn dem Spitzenteam aus Heusenstamm geschlagen geben. Im Parallelspiel gelang Jedesheim die Überraschung mit einem Sieg gegen Griesheim, der deren komplett gebrauchtes Wochenende nach der knappen Niederlage gegen TSV zuvor besiegelte. Schönaich dagegen kann mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden sein, auch wenn gegen Heusenstamm ein Punkt drin war, wurden die zwei eingeplanten und wichtigen Punkte gemacht. Der nächste Doppelspieltag findet am 15./16.12. bei Reisepartner Jedesheim statt, es geht gegen Bad Mergentheim und Eppingen, vielleicht gelingt es dort 3 Punkte als Ausbeute mit in den Schönbuch zu nehmen.

 

Zuletzt geändert am: Nov 15 2018 um 7:50 PM


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