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Schönaich erobert sich die württembergische Krone beim Blitzschach zurück

Veröffentlicht von Moritz Reck am Apr 04 2019 um 6:34 PM

Mit einer überzeugenden Leistung holte das erste Team des TSV mit 51-3 Punkten aus 27 Runden den Titel nach zweijähriger Pause wieder zurück nach Schönaich. Nach dem Erfolg beim Heimspiel 2016 war man im Jahr darauf hauchzart an Deizisau gescheitert, was verkraftbar war, da der damalige Bundesligaaufsteiger sogar den ehemaligen Vizeweltmeister Peter Leko in ihrer nur aus Großmeistern besetzten Equipe aufbieten konnte. Letztes Jahr musste man sich als Dritter unter anderem dem SK Bebenhausen geschlagen geben, die auch dieses Jahr wieder der härteste Verfolger waren, der Schönaicher Dominanz am Ende aber nichts entgegensetzen konnten.

In der ersten Runde stand logischerweise das Duell mit der eigenen Zweiten Mannschaft auf dem Programm, die nur aus lokalen Spielern bestand, aber trotzdem durchaus zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen war. Der internationale Meister (IM) Milovan Ratkovic besorgte mit seinem Sieg gegen Gerd Lorscheid die Führung für Team 1, doch Philipp Wenninger und Moritz Reck drehten mit ihren Siegen gegen IM Julijan Plenca und Jan Brunner das Match, so dass gleich zu Beginn eine Überraschung in der Luft lag. Großmeister Ante Saric hatte gegen Jungtalent Tobias Kölle seine Mühe in einer schwierigen Stellung, konnte die Partie aber dank schnellem Spiel auf Zeit für sich entscheiden. Im Blitzschach hat man für die komplette Partie nur 5 Minuten Zeit, diese muss am Ende nicht nur dafür ausreichen, sich Vorteile zu erspielen, sondern den gegnerischen Monarchen auch noch in der Zeit matt zu setzen, was naturgemäß gegen Ende der Partien oft für viel Hektik sorgt. Das Unentschieden gegen die eigene Zweite war ein Warnschuss für das Team, jedoch sicher kein Beinbruch, weil klar war, dass Schönaich II auch allen anderen Teams wehtun konnte. Die folgenden 15 Runden konnte Schönaich I allesamt für sich entscheiden, doch das Team aus Bebenhausen lag mit ebenfalls 31-1 Punkten noch gleichauf, das direkte Duell hatte der Zufall für die letzte Runde auf das Programm gesetzt. Doch in Runde 17 gab es dennoch bereits zumindest einen klaren Fingerzeig in Richtung der Favoritenrolle, denn Schönaich II gab Verfolger Bebenhausen mit 4:0 schon eine kleine Ohrfeige mit auf den Weg und sorgte für eine 2 Punkte-Führung des Team I, das auch bereits nach Brettpunkten klar vorne lag. Von diesem Schock vielleicht noch nicht ganz erholt, gab Bebenhausen sogar gegen Schönaichs drittes Team noch einen Punkt ab, weshalb der einzige Ausrutscher von Schönaich I gegen Ebersbach in Runde 20 nicht mehr ins Gewicht fiel. Vor dem Aufeinandertreffen in der letzten Runde hatte Schönaich I immer noch 2 Punkte und einige Brettpunkte Vorsprung, so dass keine Chance mehr für Bebenhausen bestand. Schönaich I war einfach zu stark an diesem Tag und zeigte dies den Unistädtern mit einem 3,5-0,5 Sieg auch noch einmal klar auf. Die Dominanz zeigt sich auch an den Einzelleistungen, sowohl an Brett 1 (GM Ante Saric mit 24,5/27), als auch an Brett 2 (IM Julijan Plenca 22,5/25) und Brett 3 (IM Milovan Ratkovic 24/27) stellte das Team den besten Spieler des Turniers. Dazu trugen Jan Brunner mit 14/18 und Abteilungsleiter Marcus Kübler mit 5,5/11 mit guten Leistungen ihren Teil zum Erfolg bei.

Auch das zweite Team überzeugte durch die Bank, Tobias Kölle, Philipp Wenninger, Gerd Lorscheid und Moritz Reck holten alle jeweils mehr als 20 Punkte, wobei besonders die 22/27 von Tobias am Spitzenbrett eine bärenstarke Leistung der 14-jährigen Schönaicher Jugendhoffnung darstellen. Am Ende stand man mit 44-10 Mannschaftspunkten und Platz 3 mit auf dem Siegerpodest, die 84 erspielten Brettpunkte bedeuteten sogar klar das zweitbeste Ergebnis, Bebenhausens konnte lediglich 77,5 vorweisen. Das lag neben dem direkten Duell auch daran, dass Schönaich II insgesamt 12 Mal die Konkurrenz mit 4-0 abblitzen ließ, so häufig gelang das keinem anderen Team im Turnier. Als einziger Verein schaffte es Schönaich zudem drei Teams für das Turnier qualifizieren zu können. In Team 3 stechen vor allem die 23,5/27 Punkte von Miloje Ratkovic ins Auge, des Weiteren waren Christoph Steinhart und Jürgen Koch im dritten Team dabei, das leider wegen einer kurzfristigen krankheitsbedingten Absage nur zu dritt antreten konnte, was am Ende eine bessere Platzierung als Platz 24 verhinderte. Schönaichs Teams stellten damit am Spitzenbrett die drei stärksten Spieler aller Mannschaften, so eine Dominanz eines Vereins gab es sicherlich noch nie zuvor. Die Vereinsleitung hat also die Qual der Wahl, welche Spieler man für das 4-er Team bei der deutschen Meisterschaft am 8. Juni auswählt, für die sich immer die ersten beiden Plätze qualifizieren.

Zuletzt geändert am: Apr 04 2019 um 5:40 PM


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