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Erfolgreicher Saisonabschluss für den TSV Schönaich

Veröffentlicht von Moritz Reck am Apr 02 2019 um 12:05 AM

Zum Abschluss der Zweitliga Saison ging es für Schönaich nach Mörlenbach zu den beiden Spielen gegen die Gastgeber und deren Reisepartner Speyer. Während es für Tabellenschlusslicht Mörlenbach nur noch um die Ehre ging, durfte Tabellenführer Speyer maximal einen Punkt abgeben, um die anvisierte Meisterschaft samt direktem Wiederaufstieg in die Bundesliga aus eigener Kraft zu sichern. Schönaich wollte gegen Mörlenbach gewinnen, um Platz 6 zu erobern, während es gegen Speyer erstmal darum ging, sich möglichst gut zu verkaufen und dann zu sehen was möglich ist.

Die Ausgangslage spiegelte sich dann auch in den Aufstellungen wider, Mörlenbach schaffte es nicht 8 Spieler an die Bretter zu bekommen, so dass Moritz Reck kampflos die Führung für Schönaich besorgte. Ebenfalls keine große Mühe hatte Tobias Kölle im Duell der Jugendspieler, welches er mit Hilfe eines gewinnbringenden Spießes zu seinen Gunsten entschied. Gerd Lorscheid und Jens Hirneise brachten mit sicheren Remisen Schönaich dem Mannschaftserfolg näher. Eine starke Vorstellung zeigte Tobias Hirneise, der seinen großmeisterlichen Gegner mit den schwarzen Steinen klar überspielte. Am Ende brachte sein starker Springer in Verbindung mit einem Freibauern die Entscheidung. Im reinen Großmeisterduell musste sich Ante Saric am Spitzenbrett geschlagen geben, er versuchte einen Fehler durch ein Qualitätsopfer zu reparieren, doch sein Gegner brachte den Vorteil umsichtig nach Hause. Beim Stand von 4:2 liefen noch zwei Partien, in denen es allerdings nicht mehr um die Frage ob Sieg oder Unentschieden, sondern nur noch um die Höhe ging. Philipp Wenninger und Christoph Menezes versuchten ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden, taten sich dabei aber teilweise schwerer als erwartet. Schließlich gelang beiden im späten Endspiel doch noch der entscheidende Durchbruch, so dass das Endergebnis mit 6:2 sehr erfreulich ausfiel.

Speyer war zur Absicherung der Meisterschaft mit voller Stärke angetreten, bis zum siebten Brett waren internationale Meisterspieler aufgestellt, lediglich ein lokaler Spieler durfte am achten Brett dabei sein. Am Samstag fuhr das Team entsprechend mit 7 Siegen der Meisterspieler einen 7,5-0,5 Kantersieg ein. Für Sonntag hatte sich die Ausgangslage inzwischen dahingehend verändert, dass Verfolger Emmendingen am Samstag nicht über ein Unentschieden hinauskam, damit stand Speyer bereits als Meister fest. Doch weil die internationalen Spieler bereits da waren, wurde für Sonntag nur der Lokalmatador ausgetauscht. Diese Situation erinnerte stark an den letzten Aufstieg des Teams aus Speyer vor 3 Jahren, auch damals stand man bei 16-0 Punkten bereits als Aufsteiger fest und kreuzte am letzten Spieltag die Klingen mit Schönaich, das auch damals mit einer gemischten Truppe aus Stamm- und Ersatzspielern klarer Außenseiter war, 2016 aber einen 5-3 Überraschungserfolg erzielen konnte.

Den ersten Punkt konnte Speyer verbuchen, Gerd Lorscheid hatte einen Zwischenzug des Gegners unterschätzt und musste sich der Aktivität des gegnerischen Turms auf der eigenen zweiten Reihe geschlagen geben. Dann aber folgte der völlig überraschende Ausgleich, als Tobias Hirneise in bereits schwieriger Stellung ein Geschenk seines sehr starken Gegners dankbar annahm und sein Wochenende mit dem persönlichen Traumergebnis von 2 Siegen krönte. Der Großmeister mit über 2600 Elostärke stellte einzügig einen Verteidigungsbauern seines Königs ein, von dem er fälschlicherweise annahm, dieser sei gedeckt. Ein Fehler der auf diesem Niveau äußerst selten vorkommt. Diese überraschende Wendung gab dem kompletten Kampf eine Wende und die Schönaicher Außenseiter bekamen leichtes Oberwasser. Tobias Kölle und Christoph Menezes, die auf Augenhöhe mit ihren Gegenspielern waren, bekamen die Ansage die Partie auf jeden Fall auf Sieg zu spielen. Philipp Wenninger und Moritz Reck hatten als Überraschung beide Eröffnungen vorbereitet, die sie selbst zuvor noch nie auf dem Brett hatten. Nur bei Philipp kam das vorbereitete Abspiel auch schließlich aufs Brett, doch beide bekamen mit Schwarz starkes Spiel und sogar eindeutigen Vorteil. Philipp erhielt ein Remisangebot, welches er jedoch auf Grund seiner guten Stellung korrekterweise ablehnte. Zu diesem Zeitpunkt lag eine erneute Sensation zum Saisonabschluss für Schönaich durchaus in der Luft. Leider glich nicht nur der Partieplan und der Anfangsverlauf der Partien von Moritz und Philipp, sondern auch die Tatsache, dass beide an ihren Chancen vorbeigingen. Bei Philipp verflachte die Partie zum Remis und Moritz musste seinem Gegner sogar den ganzen Punkt überlassen. Damit waren die Hoffnungen auf Zählbares natürlich dahin, erst Recht nachdem auch Großmeister Ante Saric am Spitzenbrett seine Partie aufgeben musste. Der Rest ist schnell erzählt, Tobias Kölle kam über ein Remis nicht hinaus, Jens Hirneise rettete sich mit etwas Glück ins Remis und Christoph Menezes musste seinen Siegbemühungen für die Mannschaft Tribut zollen und schließlich noch eine weitere Niederlage quittieren. Endstand somit 5,5-2,5 für Speyer, letzten Endes sicher nicht gänzlich unverdient, aber vom Verlauf doch deutlicher knapper als erwartet und auf jeden Fall eine starke Leistung des Schönaicher Teams zum Saisonabschluss. In der Endabrechnung steht damit bereits zum dritten Mal in Folge der sechste Platz und damit auch ein weiteres Jahr, in dem das Saisonziel sicherer Klassenerhalt klar erreicht wurde. Für die nächste Saison muss man sehen wie sich der Kader verändert, mit den beiden jungen Ratkovic Brüdern stehen ja bereits 2 Neuzugänge fest. Aktuell erscheint es gut möglich, die Ziele wieder etwas nach oben zu schrauben und die obere Tabellenhälfte anzupeilen.

 

Voll und ganz überzeugt hatte in dieser Saison das zweite Team des TSV in der Verbandsliga. Zum Saisonabschluss stand ein Gastspiel bei den abstiegsgefährdeten Kornwestheimern auf dem Programm. Für Schönaich ging es nur noch darum den großen Abstand auf die Verfolger auszubauen, doch viele ebenfalls im Abstiegskampf befindliche Teams hofften natürlich auf Schützenhilfe des TSV, stellvertretend für sie bat Böblingen die Schönaicher Mannschaftsführung das Spiel sehr ernst zu nehmen. Um sich am Ende keine Wettbewerbsverzerrung nachsagen zu lassen, brachte man daher tatsächlich nochmal 3 starke Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien ans Brett und war so auch ohne einige Stützen des Teams, die sich nach dem sicheren Aufstieg mit Einsätzen im Bundesligakader oben festgespielt hatten, klarer Favorit. Miloje Ratkovic besorgte dann auch problemlos die Führung für Schönaich, Jan Brunner und York Glienke konnten sich ebenfalls Vorteile erspielen, begnügten sich aber mit Remis, da beide potenziell stärkere Gegner hatten. Julijan Plenca konnte am Spitzenbrett gegen die umsichtige Verteidigung seines Gegners keine Vorteile erzielen und musste sich ins Remis fügen, das gleiche Ergebnis gab es bei Christoph Steinhart. Florian Schnadt stand nach der Eröffnung etwas kritisch, doch im Mittelspiel gelang ihm die Wende und so konnte er den vollen Punkt zum Zwischenstand von 4-2 setzen. Leider verlor Abteilungsleiter Marcus Kübler in Zeitnot den Faden und damit die Partie. Für den Mannschaftserfolg musste also nur noch ein Remis bei IM Milovan Ratkovic herausspringen, doch dieser hatte nicht seinen besten Tag erwischt. In der Eröffnung spielte er ungenau und da sein junger Gegner diese Schwächen konsequent ausnutzte und mit starkem Spiel den Druck immer weiter erhöhte, gelang es Milovan nicht selbst aktiv ins Spiel zu kommen und schließlich nicht einmal mehr ein Remis retten zu können. Das 4-4 zum Abschied ist für Schönaich natürlich eher etwas enttäuschend, aber die Gesamtbilanz mit 16-2 Punkten und damit 5 Zählern Abstand auf Platz 2 ist natürlich überragend. Und schließlich war auch Böblingen glücklich, da das 4-4 ihnen genau ausreichte, um den letzten möglichen Nichtabstiegsplatz zu bewahren, trotzdem darf man von deren erster Mannschaft nächste Saison in der Oberliga wohl keine Dankbarkeitsgeschenke erwarten, sondern muss sich in der starken Liga alles hart erarbeiten. Das Ziel dort ist als Aufsteiger zunächst natürlich der Klassenerhalt, die Macher in Schönaich sind schon dabei, noch den einen oder anderen spielstarken Neuzugang zu finden, damit dieses auch sicher erreicht werden kann.

Zuletzt geändert am: Apr 01 2019 um 11:06 PM


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