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Doppelpack in der 2. Schachbundesliga: zwei wichtige Siege für den TSV Schönaich

Veröffentlicht von Moritz Reck am Jan 21 2018 um 10:22 PM

Bericht von Oliver Rechtsteiner

Am Wochenende vom 9. auf 10. Dezember 2017 ging es weiter im Spielbetrieb der 2. Bundesliga Süd. Auf dem Programm standen die Runden 5 und 6. Für den TSV Schönaich stand die Doppelrunde im Bruchsaler Stadtteil Untergrombach auf dem Programm. TSV-Reisepartner waren die Spieler vom SC Böblingen, die wie der TSV Schönaich gegen die Mannschaften aus Eppingen und Gastgeber Untergrombach antreten durften. Ein unbestrittenes Highlight dieses Wochenendes war neben den beiden Siegen des TSV die gemeinsame Unterkunft im Gasthaus Krone mit den Jungs vom SC Böblingen, doch dazu später mehr…

Am Samstag musste der TSV Schönaich gegen den Schachclub aus Eppingen antreten, der – mit Ausnahme von Prof. Dr. Mann - erwartungsgemäß angereist war. Durch die starken Großmeister an den ersten Brettern waren die Spieler des TSV Schönaich leicht favorisiert.
Ante Saric an Brett 3 remisierte in ausgeglichener Stellung. Marcus Kübler an Brett 8 kam mit einer vorbereiteten Variante und den schwarzen Steinen gut aus der Eröffnung heraus, ließ aber durch kleine Ungenauigkeiten im Mittelspiel einen taktischen Schlag seines Gegners zu und musste die Partie aufgeben. Aus einer zunächst sehr passiv aussehenden Eröffnungsvariante kam Tobias Hirneise an Brett 4 mit zunehmender Partiedauer und durch die zu optimistische Spielanlage des Gegners immer besser ins Spiel. Im Mittelspiel wäre sogar ein temporäres Damenopfer mit Bauerngewinn möglich gewesen, das Tobias leider nicht sah und die Partie im späteren Verlauf remis endete. Marin Bosiocic an Brett 2 verbesserte seine Stellung permanent und baute sowohl auf der h-Linie als auch auf der
c-Linie mächtig Druck auf, dem sein Gegner am Ende nicht mehr gewachsen war. Ebenso schön verwertete Jens Hirneise an Brett 7 seinen Stellungs- und Zeitvorteil souverän zur zwischenzeitlichen 3:2 Führung bei der Zeitkontrolle. Ivan Ivanisevic am Spitzenbrett der Schönaicher legte seine Partie offensiv an, opferte in der Eröffnung einen Bauern und bekam dafür auch ordentlich Spiel. Doch sein Gegner fand im Mittel- und später auch im Endspiel einige „einzige Züge“, weshalb die Partie am Ende auch leistungsgerecht remis endete. Nun liefen nur noch die Partien von Karsten Volke und Alexandre Danin. Karsten behandelte seine Eröffnung nicht optimal und hatte schon früh einige Probleme zu lösen. Mit zunehmendem Spielverlauf kam er jedoch immer besser ins Spiel und konnte am Ende sogar den ganzen Punkt für sich verbuchen. Mit diesem Sieg war somit auch der Mannschaftskampf entschieden. Die letzte noch laufende Partie war Brett 5, in der Alexandre lange im Vorteil war und wie der sichere Sieger aussah. Doch sein Gegner verteidigte sich mit beiden Läufern und einem Bauern gegen einen Läufer und 4 Bauern in einem sehr spannenden Endspiel gekonnt, weshalb die Partie am Ende leistungsgerecht remis endete. Somit war die erste Aufgabe des Wochenendes erfüllt und ein verdienter 5:3 Sieg gegen den SC Eppingen erreicht.

Nach getaner Arbeit fuhren die Mannschaften aus Schönaich und Böblingen in das nahegelegene Gasthaus Krone, das mit sehr schönen Zimmern und gutem Essen aufwartete, auch wenn das Personal das eine oder andere Mal einen etwas überforderten Eindruck machte. Nach einem leckeren Sauerbraten mit Rotkohl und selbergemachten Spätzle gingen die beiden Mannschaften zum gemütlichen Teil über. Die einen analysierten nochmals die Partien des Nachmittags, die anderen bereiteten sich zusammen auf ihre voraussichtlichen Gegner am nächsten Tag vor. Und alle, die für diesen Tag genug vom Schach hatten, unterhielten sich in sehr angenehmer und lockerer Atmosphäre. Doch bekanntlich ist nach dem Spiel vor dem Spiel, weshalb die große Mehrheit der Spieler bereits relativ früh ins Bett ging, um am Sonntagmorgen ausgeschlafen und frisch am Brett zu sitzen. Die drei, die am nächsten Tag nicht spielen mussten waren lediglich York, Mario und Oliver. Mit Schachbrett und -uhr „bewaffnet“ frönten diese den restlichen Abend dem Blitzschach im Gastraum und wurden bis ca. 1:30 Uhr mit sehr leckerem Weißweinschorle versorgt. Danach hatte der Gastwirt auch die Nase voll und wollte ins Bett. Gut, dass York und Oliver schon nachmittags in weiser Voraussicht vorgesorgt und im EDEKA eine gute Flasche Barolo besorgt hatten, die jetzt zu später Stunde dran glauben musste. Im Nachhinein wären die Leiden am nächsten Tag ohne den Barolo vermutlich erträglicher gewesen …

Am Sonntagmorgen trat der TSV Schönaich in unveränderter Formation als klarer Favorit gegen den Gastgeber Untergrombach an. Doch so klar, wie es auf dem Papier zu erwarten war, war das Spiel leider zu keiner Zeit. Im Gegenteil – das Spiel gegen Untergrombach wurde zu einer richtigen Nervenzerreißprobe.
Karsten Volke einigte sich mit seinem Gegner früh auf ein Remis. Währenddessen kam Marcus Kübler nicht richtig ins Spiel und musste schon in der Eröffnung diverse Probleme lösen. Mit ständig schwindender Bedenkzeit und einem stark aufspielenden Gegner musste sich Marcus schließlich geschlagen geben. Ante Saric an Brett 3 hatte es mit dem nominell stärksten Spieler des SC Untergrombach zu tun. Seine Partie verlief zu jeder Zeit in der Remisbreite, weshalb die Punkteteilung am Ende auch dem Spielverlauf entsprach. Alexandre Danin an Brett 5 legte seine Partie sehr konzentriert an und ließ seinem Gegner zu keiner Zeit eine Chance. Zwischenstand war somit 2:2, doch die restlichen Partien bei den Spielern des TSV Schönaich ließen nichts Gutes vermuten. Marin Bosiocic an Brett 2 kam gut aus der Eröffnung, ließ sich aber während der Partie immer mehr das Heft aus der Hand nehmen und verlor am Ende sogar – somit stand es 3:2 für Untergrombach. Zu dieser Zeit wandelte auch Tobias Hirneise an Brett 4 am Rande einer Niederlage. Sein Gegner spielte am Königsflügel einen starken und gefährlichen Angriff, der mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Tobias verloren gewesen wäre. Aber sein Gegner ließ schlussendlich die Gelegenheit aus und Tobias wurde für seine grandiose Verteidigungsleistung mit einem halben Punkt belohnt. Ivan Ivanisevic an Brett 1 nahm in der Eröffnung ein Bauernopfer an und musste danach einigem Druck seines Gegners standhalten. Als Außenstehender sah die Partie im Mittelspiel eher kritisch für den TSV Schönaich aus. Doch Ivan zeigte seine ganze Klasse, löste zunächst die Probleme mit dem passiven Läufer auf c8, und konnte mit seinem Sieg im Turmendspiel zum 3,5:3,5 ausgleichen. Somit lag die Entscheidung an Jens Hirneise in der letzten laufenden Partie an Brett 7. Dieser hatte schon früh in der Partie von seinem Gegner ein Remisangebot erhalten, das er jedoch auf Anweisung des Mannschaftsführers aufgrund der unklaren Stellungen an den anderen Brettern ablehnen musste. Am Ende sollte es sich auszahlen, dass er sich noch einige Stunden am Brett „quälte“. So konnte Jens durch eine souveräne Endspielleistung seinen Gegner niederringen und die Schönaicher endlich mit dem letzten Punkt zum 4,5:3,5 Sieg erlösen.

Alles in allem ein durchweg erfolgreiches Schachwochenende für die Spieler des TSV Schönaich. Mit diesen wichtigen Siegen sichert sich der TSV einen Platz im vorderen Drittel der 2. Schachbundesliga. Nun ist erst einmal Weihnachtspause für den TSV. Aber lange dürfen sich die Schachspieler nicht ausruhen. Im Februar 2018 warten neue spannende Herausforderungen in der 2. Schachbundesliga. Wir dürfen gespannt sein!

Zuletzt geändert am: Jan 21 2018 um 10:24 PM


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